Wirtschaftliche Lage angespannt
Auch Ungarn hat mit einer angespannten wirtschaftlichen Situation zu kämpfen. Die Arbeitslosigkeit liegt gegenwärtig bei 7,4 Prozent, mit ansteigender Tendenz. Für das kommende Jahr wird eine Inflation von 6,2 Prozent prognostiziert. Das Staatsdefizit schießt im Jahr 2006 weit über die ehrgeizigen Pläne der ungarischen Regierung von 6,1 Prozent hinaus. Ohne Sparmaßnahmen, die teilweise bereits in diesem Jahr in Kraft treten, würde das Staatsdefizit 11,6 Prozent betragen. Die gegenwärtigen Reformen sollen das Finanzloch für 2006 bei 10,1 Prozent stoppen.
Die wirtschaftliche Situation zwingt Ungarns Regierung zu unliebsamen Reformen. Steuererhöhungen und neue Steuern wurden bereits eingeführt, die Energiepreise für Privathaushalte wurden erhöht, Medikamente werden in der Zukunft in geringerem Maße subventioniert. Neue Pläne sehen außerdem für das Jahr 2007 eine Senkung der Reallöhne um 3,5 bis 4 Prozent vor. Um den Staatshaushalt zu schonen, sollen etwa 20.000 Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut, das Einkommen in diesem Sektor eingefroren und das 13. Monatsgehalt gestrichen werden. Von einer leistungsgerechten Bezahlung ist hier auch die Rede, konkrete Maßstäbe gibt es aber noch nicht.
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